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Der Dreißigjährige Krieg 1618–1648 — vier Kriege in einem

1618 · Krieg & Schlacht · Glaube & Kirche

Der Dreißigjährige Krieg begann 1618 als böhmischer Aufstand und endete 1648 als europäischer Machtkonflikt. Er war kein durchgehender Krieg, sondern eine Kette von vier Kriegen, in die nacheinander Dänemark, Schweden und Frankreich eintraten — jedes Mal, wenn der Kaiser zu gewinnen drohte. Am Ende stand kein Sieger, sondern ein Vertragswerk, das die Landesherren faktisch souverän machte.

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Der Auslöser und warum er reichte

Am 23. Mai 1618 warfen böhmische Adlige zwei kaiserliche Statthalter und einen Schreiber aus einem Fenster der Prager Burg. Alle drei überlebten. Der Vorgang war eine bewusste Anknüpfung an den Fenstersturz von 1419 — also eine Ankündigung, kein Ausrutscher.

Dass daraus ein dreißigjähriger Krieg wurde, lag an der Konstruktion des Reiches. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 hatte den Landesherren die Konfession ihres Gebiets zugestanden, den Calvinismus aber nicht anerkannt und die Frage geistlicher Güter offengelassen. Über sechzig Jahre hatten sich daraus ungelöste Streitfälle angesammelt. Böhmen war der Funke, nicht die Ursache.

Die vier Phasen

Warum er nicht aufhörte

Zwei Mechanismen hielten den Krieg am Leben. Der erste war die Kriegsfinanzierung: Heere wurden von Unternehmern angeworben und ernährten sich aus dem Land, das sie besetzten. Ein solches Heer aufzulösen war teurer, als es weiterziehen zu lassen — der Krieg trug sich selbst.

Der zweite war das Gleichgewicht. Sobald eine Seite zu gewinnen drohte, trat eine neue Macht ein, um genau das zu verhindern. Nicht Fanatismus verlängerte den Krieg, sondern das Interesse aller Beteiligten daran, dass niemand ihn gewann.

Die Verluste — was die Zahlen hergeben

Die Bevölkerung des Reiches sank von schätzungsweise 16 bis 17 Millionen auf 10 bis 13 Millionen. Der Rückgang war extrem ungleich verteilt: Teile Mecklenburgs, Pommerns, Württembergs und der Pfalz verloren mehr als die Hälfte ihrer Menschen, während Nordwestdeutschland und die großen Hansestädte vergleichsweise glimpflich davonkamen.

Wichtig für das Verständnis: Die meisten Toten fielen nicht in Schlachten. Hunger, Typhus und Pest im Gefolge durchziehender Heere forderten ein Vielfaches der Gefallenen. Wo ein Heer überwinterte, brach die Ernte des Folgejahres ein — und der Hunger tötete langsamer, aber gründlicher als jede Musketensalve.

Häufige Fragen

Wie begann der Dreißigjährige Krieg?

Mit dem Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618, bei dem böhmische Adlige zwei kaiserliche Statthalter und einen Schreiber aus einem Fenster der Prager Burg warfen. Alle drei überlebten.

War der Dreißigjährige Krieg ein Religionskrieg?

Anfangs ja, am Ende nicht mehr. Spätestens mit dem Eintritt des katholischen Frankreich 1635 gegen den katholischen Kaiser ging es um die Vorherrschaft in Europa.

Wie viele Menschen starben im Dreißigjährigen Krieg?

Die Bevölkerung des Reiches sank von etwa 16–17 auf 10–13 Millionen. Die meisten Opfer forderten Hunger und Seuchen im Gefolge der Heere, nicht die Schlachten selbst.

Warum dauerte der Krieg so lange?

Heere ernährten sich aus dem besetzten Land und waren teurer aufzulösen als weiterzuführen. Zudem trat jedes Mal eine neue Macht ein, wenn eine Seite zu gewinnen drohte.

Wie endete der Dreißigjährige Krieg?

Mit dem Westfälischen Frieden von 1648, ausgehandelt in Münster und Osnabrück. Er gab den Landesherren weitgehende Souveränität und erkannte den Calvinismus an.

Quellen

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