Geschichts-Quiz
Jeden Tag fünf Fragen zum Heiligen Römischen Reich — aus 48 Fragen, die sich aus den Themen des Kanals ergeben. Nach jeder Antwort kommst du direkt zum passenden Artikel oder Video.
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Alle Fragen und Antworten
Die Antworten stehen hinter dem Aufklappen — so kannst du dich auch ohne Quiz durch den Stoff arbeiten.
Wo fand statt: „Die Varusschlacht — als Germanien Rom besiegte“?
Kalkriese bei Osnabrück Zum Artikel
Wo fand statt: „Karl der Große — die Kaiserkrönung 800“?
Rom, Alt-St. Peter Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Schlacht auf dem Lechfeld 955“?
Augsburg Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Otto der Große — Kaiser des Ostfrankenreichs“?
962 Zum Artikel
Wo fand statt: „Otto der Große — Kaiser des Ostfrankenreichs“?
Magdeburg Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Das Heilige Römische Reich — 1000 Jahre Geschichte“?
962 Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Gang nach Canossa 1077“?
Canossa Zum Artikel
Wo fand statt: „Das Wormser Konkordat 1122“?
Worms Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Friedrich Barbarossa — der Rotbart-Kaiser“?
1155 Zum Artikel
Wo fand statt: „Friedrich Barbarossa — der Rotbart-Kaiser“?
Kaiserslautern, Barbarossapfalz Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Heinrich der Löwe — der zu mächtige Herzog“?
1180 Zum Artikel
Wo fand statt: „Heinrich der Löwe — der zu mächtige Herzog“?
Braunschweig Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Barbarossa im Kyffhäuser — die Legende“?
1190 Zum Artikel
Wo fand statt: „Barbarossa im Kyffhäuser — die Legende“?
Kyffhäuser Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Das Nibelungenlied — der Mythos der Deutschen“?
1200 Zum Artikel
Wo fand statt: „Das Nibelungenlied — der Mythos der Deutschen“?
Worms Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Walther von der Vogelweide — der Dichter des Reiches“?
1200 Zum Artikel
Wo fand statt: „Walther von der Vogelweide — der Dichter des Reiches“?
Würzburg, Lusamgärtchen Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Der Kölner Dom — 632 Jahre Baustelle“?
1248 Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Kölner Dom — 632 Jahre Baustelle“?
Köln Zum Artikel
Wo fand statt: „Konradin — das Ende der Staufer 1268“?
Neapel Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Der Deutsche Orden und die Marienburg“?
1309 Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Deutsche Orden und die Marienburg“?
Marienburg (Malbork) Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Goldene Bulle 1356“?
Nürnberg Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Die Hanse — das Handelsimperium des Nordens“?
1370 Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Hanse — das Handelsimperium des Nordens“?
Lübeck Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Die Feme — Westfalens Gerichte unter freiem Himmel“?
1400 Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Feme — Westfalens Gerichte unter freiem Himmel“?
Dortmund, Freistuhl Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Schlacht bei Tannenberg 1410“?
Grunwald / Tannenberg Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Die Hussitenkriege — als Bauern die Ritterheere schlugen“?
1419 Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Hussitenkriege — als Bauern die Ritterheere schlugen“?
Prag Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Die Reichskleinodien — der Schatz des Reiches“?
1424 Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Reichskleinodien — der Schatz des Reiches“?
Nürnberg Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Gutenberg und die Druckerpresse“?
1450 Zum Artikel
Wo fand statt: „Gutenberg und die Druckerpresse“?
Mainz Zum Artikel
Wo fand statt: „1495 — als das Faustrecht verboten wurde“?
Worms Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Jakob Fugger — der reichste Mann der Geschichte“?
1519 Zum Artikel
Wo fand statt: „Jakob Fugger — der reichste Mann der Geschichte“?
Augsburg Zum Artikel
Wo fand statt: „Luther in Worms 1521 — hier stehe ich“?
Worms Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Deutsche Bauernkrieg 1525“?
Frankenhausen Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Augsburger Religionsfriede 1555“?
Augsburg Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Dreißigjährige Krieg 1618–1648“?
Prag, Fenstersturz Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Zerstörung Magdeburgs 1631“?
Magdeburg Zum Artikel
Wo fand statt: „Der Westfälische Friede 1648“?
Münster und Osnabrück Zum Artikel
Wo fand statt: „Die Belagerung Wiens 1683“?
Wien Zum Artikel
In welches Jahr fällt: „Friedrich der Große — der Soldatenkönig wider Willen“?
1740 Zum Artikel
Wo fand statt: „Friedrich der Große — der Soldatenkönig wider Willen“?
Potsdam Zum Artikel
Wo fand statt: „Das Ende des Alten Reiches 1806“?
Wien Zum Artikel
In welchem Jahr fand die Varusschlacht statt?
Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. Ein genaues Datum ist nicht überliefert; die antiken Quellen nennen nur die Jahreszeit. Zum Artikel
Wie viele Römer starben in der Varusschlacht?
Schätzungen gehen von rund 15.000 bis 20.000 Toten aus. Vernichtet wurden drei Legionen (XVII, XVIII, XIX) samt Hilfstruppen und Tross. Zum Artikel
Wo genau war die Varusschlacht?
Der Fundplatz Kalkriese bei Osnabrück gilt als wahrscheinlichster Ort, ist aber nicht zweifelsfrei zugeordnet. Der Name „Teutoburger Wald" ist eine spätere Zuschreibung. Zum Artikel
Warum verlor Varus gegen Arminius?
Arminius kannte als ehemaliger Offizier römischer Hilfstruppen die Marschordnung von innen und lockte die Kolonne in enges, waldiges Gelände, in dem die Legion ihre Formation nicht entfalten konnte. Zum Artikel
War Arminius ein deutscher Nationalheld?
Nein. Ein deutsches Nationalgefühl gab es im Jahr 9 n. Chr. nicht. Die Deutung als „Hermann der Deutsche" entstand erst in der frühen Neuzeit und wurde im 19. Jahrhundert politisch aufgeladen. Zum Artikel
Was regelte die Goldene Bulle von 1356?
Sie legte fest, dass sieben Kurfürsten den römisch-deutschen König mit einfacher Mehrheit wählen, ohne Bestätigung durch den Papst, und regelte das Wahlverfahren im Detail. Zum Artikel
Wer waren die sieben Kurfürsten?
Die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier sowie der König von Böhmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen-Wittenberg und der Markgraf von Brandenburg. Zum Artikel
Warum heißt sie „Goldene Bulle"?
Nach der bulla aurea, der goldenen Siegelkapsel an der Urkunde. Der Name bezeichnet die Beglaubigungsform, nicht den Inhalt. Zum Artikel
Wer erließ die Goldene Bulle?
Kaiser Karl IV., beschlossen auf den Reichstagen von Nürnberg und Metz im Jahr 1356. Zum Artikel
Wie lange galt die Goldene Bulle?
Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806, also rund 450 Jahre. Sie ist damit das langlebigste Reichsgesetz. Zum Artikel
Wie lange dauerte die Belagerung Wiens 1683?
Rund zwei Monate, vom 14. Juli bis zum 12. September 1683. Zum Artikel
Wer rettete Wien 1683?
Ein Entsatzheer aus kaiserlichen, sächsischen, bayerischen, fränkischen und polnischen Truppen. Den Oberbefehl führte der polnische König Jan III. Sobieski. Zum Artikel
Wie viele Soldaten verteidigten Wien?
Etwa 15.000 Mann unter Ernst Rüdiger von Starhemberg, gegenüber einem osmanischen Heer von schätzungsweise 100.000 bis 150.000. Zum Artikel
Warum verlor Kara Mustafa die Schlacht am Kahlenberg?
Er sicherte die Höhen des Wienerwaldes nicht ausreichend und führte die Belagerung weiter, statt sein Heer geschlossen gegen das Entsatzheer zu wenden. So kämpfte er in zwei Richtungen zugleich. Zum Artikel
Stammt das Croissant wirklich von der Belagerung Wiens?
Nein. Weder die Croissant- noch die Kaffeehaus-Legende lassen sich für 1683 belegen; beide Erzählungen sind jünger. Kaffee war in Wien schon vorher bekannt. Zum Artikel
Wann war die Schlacht auf dem Lechfeld?
Am 10. August 955, südlich von Augsburg in der Ebene des Lechs. Zum Artikel
Wer kämpfte auf dem Lechfeld gegeneinander?
Ein Heer Ottos I. aus bayerischen, schwäbischen, fränkischen, sächsischen und böhmischen Kontingenten gegen ein ungarisches Reiterheer. Zum Artikel
Warum war das Lechfeld so bedeutend?
Die Ungarneinfälle nach Westen hörten danach auf, und Ottos Ansehen als Verteidiger der Christenheit bereitete seine Kaiserkrönung 962 vor. Zum Artikel
Welche Rolle spielte Bischof Ulrich von Augsburg?
Er organisierte die Verteidigung der schwach befestigten Stadt. Dass Augsburg hielt, band die Ungarn an einen Ort und verschaffte Otto Zeit, sein Heer heranzuführen. Zum Artikel
Warum war der Sieg diesmal dauerhaft?
Weil Otto die Geschlagenen nicht ziehen ließ. Die Flussübergänge wurden gesperrt und die Flüchtenden über Tage verfolgt; die eigentlichen Verluste entstanden nach der Schlacht. Zum Artikel
Wann entstand das Nibelungenlied?
Die Niederschrift erfolgte um 1200 im Donauraum, vermutlich im Umkreis von Passau. Der Stoff selbst ist mehrere Jahrhunderte älter. Zum Artikel
Wer hat das Nibelungenlied geschrieben?
Der Dichter ist unbekannt. Er nennt sich im Text nicht, was für höfische Epen dieser Zeit ungewöhnlich ist. Zum Artikel
Ist das Nibelungenlied historisch wahr?
Teilweise. Der Untergang der Burgunden 436 und die Figuren Etzel (Attila) und Dietrich von Bern (Theoderich) haben reale Vorbilder, sind aber zeitlich zusammengezogen. Für Siegfried gibt es kein gesichertes Vorbild. Zum Artikel
Warum spielt Worms eine so große Rolle?
Worms ist im Lied der Hof der Burgunden. Ein Burgunderreich am Rhein mit Zentrum in dieser Gegend ist für das frühe 5. Jahrhundert tatsächlich belegt. Zum Artikel
Was bedeutet „Nibelungentreue"?
Ein Begriff aus dem Jahr 1909 für bedingungslose Bündnistreue. Er verkehrt die Aussage des Liedes: Dort führt gerade die unbedingte Treue in den vollständigen Untergang. Zum Artikel
Wie begann der Dreißigjährige Krieg?
Mit dem Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618, bei dem böhmische Adlige zwei kaiserliche Statthalter und einen Schreiber aus einem Fenster der Prager Burg warfen. Alle drei überlebten. Zum Artikel
War der Dreißigjährige Krieg ein Religionskrieg?
Anfangs ja, am Ende nicht mehr. Spätestens mit dem Eintritt des katholischen Frankreich 1635 gegen den katholischen Kaiser ging es um die Vorherrschaft in Europa. Zum Artikel
Wie viele Menschen starben im Dreißigjährigen Krieg?
Die Bevölkerung des Reiches sank von etwa 16–17 auf 10–13 Millionen. Die meisten Opfer forderten Hunger und Seuchen im Gefolge der Heere, nicht die Schlachten selbst. Zum Artikel
Warum dauerte der Krieg so lange?
Heere ernährten sich aus dem besetzten Land und waren teurer aufzulösen als weiterzuführen. Zudem trat jedes Mal eine neue Macht ein, wenn eine Seite zu gewinnen drohte. Zum Artikel
Wie endete der Dreißigjährige Krieg?
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648, ausgehandelt in Münster und Osnabrück. Er gab den Landesherren weitgehende Souveränität und erkannte den Calvinismus an. Zum Artikel
Warum war Jakob Fugger so reich?
Er lieh Fürsten Geld und ließ sich statt Zinsen die Erträge ihrer Silber- und Kupferbergwerke in Tirol und Ungarn verschreiben. Zeitweise kontrollierte er einen erheblichen Teil des europäischen Kupfers. Zum Artikel
Wie viel kostete die Kaiserwahl 1519?
Rund 850.000 Gulden, von denen Jakob Fugger etwa zwei Drittel bereitstellte. Ein Handwerker verdiente damals wenige Dutzend Gulden im Jahr. Zum Artikel
Was hat Jakob Fugger mit Martin Luther zu tun?
Das Haus Fugger finanzierte den Erwerb des Erzbistums Mainz durch Albrecht von Brandenburg und wickelte den zur Tilgung genehmigten Ablass ab. Luthers Thesen von 1517 trafen damit auch dieses Geschäft. Zum Artikel
Was ist die Fuggerei?
Eine 1521 in Augsburg gestiftete Siedlung für bedürftige katholische Augsburger, die älteste noch bestehende Sozialsiedlung der Welt. Die Jahresmiete beträgt bis heute 88 Cent und drei tägliche Gebete. Zum Artikel
War Jakob Fugger der reichste Mann der Geschichte?
Er wird regelmäßig so genannt, doch Vermögen über Jahrhunderte hinweg zu vergleichen ist methodisch fragwürdig. Gesichert ist, dass er der reichste Mann seiner Zeit war. Zum Artikel
Wann bestand das Heilige Römische Reich?
Üblicherweise von der Kaiserkrönung Ottos I. im Jahr 962 bis zur Niederlegung der Krone durch Franz II. im Jahr 1806 — rund 844 Jahre. Zum Artikel
War das Heilige Römische Reich ein deutscher Staat?
Nein. Es war ein Verband hunderter Territorien mit gewähltem Oberhaupt, ohne Hauptstadt, gemeinsame Sprache oder einheitliches Recht. Der Zusatz „Deutscher Nation" kam erst im späten 15. Jahrhundert auf. Zum Artikel
Wer durfte den Kaiser wählen?
Seit der Goldenen Bulle von 1356 sieben Kurfürsten: die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier sowie Böhmen, Pfalz, Sachsen-Wittenberg und Brandenburg. Zum Artikel
Warum ging das Heilige Römische Reich unter?
Der Westfälische Friede 1648 machte die Landesherren faktisch souverän; danach bestimmten Österreich und Preußen die Politik. 1806 legte Franz II. unter dem Druck Napoleons die Krone nieder. Zum Artikel
Was meinte Voltaire mit „weder heilig noch römisch noch ein Reich"?
Er verspottete 1761 die Selbstbezeichnung. Der Satz misst allerdings einen mittelalterlichen Verband an den Maßstäben des zentralisierten Nationalstaats, den es damals noch gar nicht gab. Zum Artikel
Wann kam der Schwarze Tod nach Europa?
Im Oktober 1347 mit genuesischen Schiffen in Messina. Das Heilige Römische Reich erreichte die Seuche 1348. Zum Artikel
Wie viele Menschen starben am Schwarzen Tod?
Schätzungsweise ein Drittel der europäischen Bevölkerung, rund 25 Millionen Menschen. Die Sterblichkeit schwankte regional aber erheblich. Zum Artikel
Welcher Erreger verursachte die Pest?
Das Bakterium Yersinia pestis. Es wurde durch Analysen alter DNA aus Zähnen von Pestopfern direkt nachgewiesen. Zum Artikel
Warum wurden Juden für die Pest verantwortlich gemacht?
Es kursierte die falsche Beschuldigung der Brunnenvergiftung. Neben der Angst spielten wirtschaftliche Motive eine Rolle: Schulden bei jüdischen Geldverleihern erloschen mit deren Tod. Papst Clemens VI. verurteilte die Verfolgungen 1348 ausdrücklich. Zum Artikel
Welche Folgen hatte die Pest für die Überlebenden?
Arbeitskraft wurde knapp und Land reichlich. Löhne stiegen, die Stellung der Bauern verbesserte sich, und tausende Dörfer fielen dauerhaft wüst. Zum Artikel
Warum hieß Friedrich I. Barbarossa?
Barbarossa ist italienisch für „Rotbart". Der Beiname entstand in Oberitalien, wo er nicht freundlich gemeint war, und setzte sich nördlich der Alpen erst später durch. Zum Artikel
Wie lange regierte Barbarossa?
38 Jahre: ab 1152 als römisch-deutscher König, ab 1155 als Kaiser, bis zu seinem Tod 1190. Zum Artikel
Warum zog Barbarossa sechsmal nach Italien?
Die oberitalienischen Städte waren die reichsten Europas. Die dortigen kaiserlichen Rechte auf Zölle, Münze und Gerichtsbarkeit waren mehr wert als die Einkünfte nördlich der Alpen. Zum Artikel
Warum wurde Heinrich der Löwe gestürzt?
Er verweigerte 1176 die Heerfolge nach Italien. 1180 wurde er vor einem Fürstengericht verurteilt, geächtet und seiner Herzogtümer Sachsen und Bayern enthoben. Zum Artikel
Wie starb Friedrich Barbarossa?
Er ertrank am 10. Juni 1190 während des Dritten Kreuzzugs im Fluss Saleph in Kleinasien. Weil er fern der Heimat starb, entstand die Sage, er sei nicht tot. Zum Artikel
Was besagt „cuius regio, eius religio"?
Der Landesherr bestimmt die Konfession seines Territoriums. Die Formel steht nicht im Vertrag von 1555, sondern wurde erst 1582 von dem Juristen Joachim Stephani geprägt. Zum Artikel
Brachte der Augsburger Religionsfriede Glaubensfreiheit?
Nein. Untertanen hatten keine Wahl, sondern nur das Recht auszuwandern, wenn sie die Konfession ihres Herrn nicht teilten — unter Aufgabe von Haus und Besitz. Zum Artikel
Welche Konfessionen wurden 1555 anerkannt?
Nur die katholische und die Augsburger Konfession, also das Luthertum. Der Calvinismus blieb außen vor und erhielt erst 1648 im Westfälischen Frieden Anerkennung. Zum Artikel
Was war der Geistliche Vorbehalt?
Trat ein geistlicher Fürst zum Protestantismus über, verlor er sein Amt und das Territorium blieb katholisch. Protestantische Stände erkannten diese Regel nie an. Zum Artikel
Warum scheiterte der Augsburger Religionsfriede?
Er ließ drei Fragen offen: den Status des Calvinismus, die Geltung des Geistlichen Vorbehalts und einen Stichtag für Kirchenbesitz. Aus diesen Lücken erwuchsen die Konflikte, die 1618 in den Dreißigjährigen Krieg mündeten. Zum Artikel
Wann wurde der Westfälische Friede geschlossen?
Am 24. Oktober 1648, nach fünfjährigen Verhandlungen in Münster und Osnabrück. Zum Artikel
Warum wurde in zwei Städten verhandelt?
Um Rangstreitigkeiten zu vermeiden. In Münster verhandelte der Kaiser mit Frankreich und den Katholiken, in Osnabrück mit Schweden und den Protestanten. Zum Artikel
Was änderte der Westfälische Friede für die Reichsstände?
Sie erhielten Landeshoheit und das Recht auf Bündnisse mit auswärtigen Mächten, solange diese sich nicht gegen Kaiser und Reich richteten. Damit waren sie faktisch souverän. Zum Artikel
Was bedeutet das Normaljahr 1624?
Es legte fest, welcher konfessionelle Besitzstand als rechtmäßig gilt — nämlich der des Jahres 1624. Damit wurde die Streitfrage geschlossen, die der Augsburger Religionsfriede 1555 offengelassen hatte. Zum Artikel
Begann 1648 wirklich das moderne Staatensystem?
Nur eingeschränkt. Die Verträge formulieren kein Souveränitätsprinzip, und das Reich bestand weiter. Neu war das Verfahren: ein mehrjähriger Kongress unter Beteiligung der Verlierer statt eines Siegerdiktats. Zum Artikel
Was war der Gang nach Canossa?
Der Zug König Heinrichs IV. im Winter 1076/77 zur Burg Canossa in Oberitalien, wo er Papst Gregor VII. um Lösung vom Kirchenbann bat. Am 28. Januar 1077 wurde er entbannt. Zum Artikel
Warum musste Heinrich IV. nach Canossa?
Gregor VII. hatte ihn gebannt und alle Untertanen vom Treueid gelöst. Die Fürsten drohten, binnen eines Jahres einen neuen König zu wählen, falls der Bann bestehen bliebe. Zum Artikel
War Canossa eine Demütigung?
Symbolisch ja, politisch nicht. Ein Papst kann einem öffentlich Büßenden die Absolution kaum verweigern, ohne seine geistliche Glaubwürdigkeit zu verlieren. Heinrich nahm Gregor damit sein stärkstes Druckmittel. Zum Artikel
Worum ging es im Investiturstreit?
Um die Frage, wer Bischöfe und Äbte einsetzt. Da diese im Reich auch weltliche Herrschaft ausübten, ging es faktisch um die Kontrolle über einen großen Teil der Reichsressourcen. Zum Artikel
Woher kommt der Ausspruch „Nach Canossa gehen wir nicht"?
Von Otto von Bismarck, 1872 im Kulturkampf gegen die katholische Kirche. Er übertrug damit eine mittelalterliche Episode auf einen ganz anderen Konflikt. Zum Artikel
Warum hieß Heinrich „der Löwe"?
Der Beiname geht auf sein Wappentier zurück, sichtbar im bronzenen Löwenstandbild, das er 1166 in Braunschweig aufstellen ließ. Zum Artikel
Welche Städte gehen auf Heinrich den Löwen zurück?
Er baute Lübeck 1159 nach einem Brand neu auf und setzte 1158 die Zollbrücke durch, aus der München hervorging. Auch Schwerin und Lüneburg förderte er. Zum Artikel
Warum wurde Heinrich der Löwe 1180 gestürzt?
Weil er Barbarossa 1176 die Heerfolge nach Italien verweigerte. Ein Fürstengericht verurteilte ihn, belegte ihn mit der Reichsacht und nahm ihm Sachsen und Bayern. Zum Artikel
Was geschah nach seinem Sturz mit ihm?
Er ging ins Exil zu seinem Schwiegervater Heinrich II. von England, durfte später zurückkehren und behielt Braunschweig und Lüneburg. Er starb 1195 und liegt im Braunschweiger Dom. Zum Artikel
Wer profitierte vom Sturz Heinrichs des Löwen?
Vor allem die übrigen Fürsten. Sie wirkten als Richter mit und wurden mit seinem Besitz belohnt; Bayern ging an die Wittelsbacher. Der Vorgang stärkte das Fürstenkolleg, nicht die Krone. Zum Artikel
Was besagt die Kyffhäuser-Sage?
Kaiser Friedrich Barbarossa sei nicht tot, sondern schlafe im Berg Kyffhäuser; sein Bart sei durch den steinernen Tisch gewachsen, und er werde einst zurückkehren, um das Reich zu erneuern. Zum Artikel
Handelte die Sage ursprünglich von Barbarossa?
Nein. Die frühen Fassungen beziehen sich auf seinen Enkel Friedrich II., der 1250 starb. Die Übertragung auf Barbarossa setzte sich erst in der Neuzeit durch. Zum Artikel
Warum entstand die Sage überhaupt?
Barbarossa ertrank 1190 fern der Heimat in Kleinasien, sein Heer zerfiel und sein Leichnam wurde nur teilweise überführt. Solche Umstände begünstigen Erzählungen, der Herrscher lebe noch. Zum Artikel
Was ist das Kyffhäuserdenkmal?
Ein Monument von 1890–1896, das den schlafenden Barbarossa unterhalb eines Reiterstandbilds Kaiser Wilhelms I. zeigt. Es stellt die Reichsgründung von 1871 als Erfüllung der Sage dar. Zum Artikel
Was hat „Unternehmen Barbarossa" damit zu tun?
So nannte die Wehrmachtführung 1941 den Überfall auf die Sowjetunion. Der Deckname sollte den Angriff in die Traditionslinie des mittelalterlichen Kaisers stellen. Zum Artikel
Was war der Ewige Landfriede von 1495?
Ein auf dem Reichstag zu Worms beschlossenes, unbefristetes Verbot der Fehde, also des privaten Kriegführens zur Durchsetzung eigener Ansprüche. Zum Artikel
Was war eine Fehde?
Ein anerkanntes Rechtsmittel: Wer sich geschädigt sah, durfte nach förmlicher Ankündigung mit Waffengewalt zu seinem Recht kommen. In einem Reich ohne zentrale Gerichte war das lange die einzige Möglichkeit. Zum Artikel
Was war das Reichskammergericht?
Ein 1495 geschaffenes ständiges Gericht, dessen Richter überwiegend von den Reichsständen bestellt wurden. Vor ihm konnte sogar ein Untertan seinen eigenen Landesherrn verklagen. Zum Artikel
Wurde die Fehde nach 1495 sofort eingestellt?
Nein. Götz von Berlichingen führte noch Jahrzehnte später Fehden, und Franz von Sickingen zog 1522/23 gegen den Erzbischof von Trier. Erst im Lauf des 16. Jahrhunderts verschwand die Fehde. Zum Artikel
Warum gilt 1495 als so wichtig?
Weil Gewalt als Mittel der Rechtsdurchsetzung grundsätzlich durch ein Verfahren ersetzt wurde. Das ist die weitreichendste Reform in der Geschichte des Reiches. Zum Artikel
Wann endete das Heilige Römische Reich?
Am 6. August 1806, als Kaiser Franz II. die Krone niederlegte und die Reichsstände von ihren Pflichten entband. Zum Artikel
Warum legte Franz II. die Kaiserkrone nieder?
Um zu verhindern, dass Napoleon die Krone selbst beansprucht oder einem Verbündeten verschafft. Napoleon hatte zudem ein Ultimatum mit Frist bis zum 10. August gestellt. Zum Artikel
Was war der Rheinbund?
Ein Zusammenschluss von zunächst sechzehn süd- und westdeutschen Staaten unter Napoleons Protektorat, gegründet im Juli 1806. Die Mitglieder erklärten ihren Austritt aus dem Reich. Zum Artikel
Warum nannte sich Franz schon 1804 „Kaiser von Österreich"?
Als Absicherung nach Napoleons Selbstkrönung. So behielt er einen Kaisertitel, falls die römisch-deutsche Würde wegfiele — was zwei Jahre später eintrat. Zum Artikel
Wie reagierten die Zeitgenossen auf das Ende des Reiches?
Überwiegend gleichgültig. Goethe notierte, ein Streit zwischen seinem Bedienten und dem Kutscher habe ihn mehr bewegt. Die Loyalität der Menschen galt dem Landesherrn, nicht dem Reich. Zum Artikel
Wann wurde Karl der Große zum Kaiser gekrönt?
Am 25. Dezember 800 in der Peterskirche in Rom durch Papst Leo III. Zum Artikel
Warum war die Kaiserkrönung ein Affront gegen Byzanz?
In Konstantinopel gab es bereits einen Kaiserthron. Im Westen argumentierte man, die regierende Kaiserin Irene könne ihn als Frau nicht rechtmäßig innehaben, er sei also unbesetzt. Byzanz sah Karl als Usurpator und erkannte ihn erst 812 an. Zum Artikel
War Karl der Große von der Krönung überrascht?
Sein Biograf Einhard schreibt, Karl habe gesagt, er hätte die Kirche nicht betreten, wenn er die Absicht des Papstes gekannt hätte. Ob das echte Überraschung war oder eine nachträgliche Abwehr päpstlicher Ansprüche, ist offen. Zum Artikel
War Karl der Große Kaiser des Heiligen Römischen Reiches?
Nein. Dieses Reich beginnt üblicherweise mit Otto I. im Jahr 962. Karl steht aber am Anfang jeder Darstellung, weil Otto sich ausdrücklich auf die Krönung von 800 berief. Zum Artikel
Was geschah nach Karls Tod mit seinem Reich?
Es wurde 843 im Vertrag von Verdun unter seinen Enkeln geteilt. Aus dem Westteil entwickelte sich Frankreich, aus dem Ostteil das Ostfrankenreich und damit das spätere Heilige Römische Reich. Zum Artikel
Wann wurde Otto I. zum Kaiser gekrönt?
Am 2. Februar 962 in Rom durch Papst Johannes XII. Mit diesem Datum lassen die meisten Darstellungen das Heilige Römische Reich beginnen. Zum Artikel
Was war das ottonisch-salische Reichskirchensystem?
Der König verlieh Bischöfen und Äbten weltliche Rechte und stützte seine Herrschaft auf sie. Da Geistliche keine legitimen Erben hatten, fielen ihre Ämter an die Krone zurück — anders als vererbbare Herzogtümer. Zum Artikel
Warum wird Otto „der Große" genannt?
Wegen des Sieges auf dem Lechfeld 955, der die Ungarneinfälle beendete, und der Erneuerung des westlichen Kaisertums 962. Zum Artikel
Warum war Italien für Otto so wichtig?
Durch die Heirat mit Adelheid 951 erwarb er Ansprüche auf Oberitalien, und der Kaisertitel war nur in Rom zu erlangen. Die Bindung an Italien kostete alle späteren Herrscher Geld, Truppen und Zeit. Zum Artikel
Wo ist Otto der Große begraben?
Im Dom zu Magdeburg. Dort hatte er 968 die Gründung eines Erzbistums für die Mission östlich der Elbe durchgesetzt. Zum Artikel
Was regelte das Wormser Konkordat?
Es trennte geistliche und weltliche Investitur: Ring und Stab, die Zeichen des geistlichen Amtes, verlieh künftig die Kirche; die weltlichen Rechte verlieh der König durch das Zepter. Zum Artikel
Wann und wo wurde das Wormser Konkordat geschlossen?
Am 23. September 1122 in Worms, zwischen Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. Zum Artikel
Warum bestand das Konkordat aus zwei Urkunden?
Jede Seite stellte ihre eigene aus. Ein gemeinsames Dokument hätte Fragen des Vorrangs aufgeworfen, die beide Seiten vermeiden wollten. Zum Artikel
Wer gewann den Investiturstreit?
Formal die Kirche, denn der König verlor das Recht, geistliche Ämter zu vergeben. Praktisch behielt der König nördlich der Alpen erheblichen Einfluss, weil er bei den Wahlen anwesend sein durfte. Zum Artikel
Warum gilt das Konkordat als wichtig für die Rechtsgeschichte?
Weil erstmals anerkannt wurde, dass geistliche und weltliche Gewalt verschiedene Sphären sind, die einander nicht unterzuordnen sind. Aus dieser Notlösung wurde eine prägende europäische Idee. Zum Artikel
Was hat Gutenberg genau erfunden?
Das Handgießinstrument, eine verstellbare Gussform für exakt gleich hohe Metalllettern. Gedruckt wurde schon vorher; ohne gleichmäßige Lettern gibt es aber kein sauberes Druckbild. Zum Artikel
Was ist die 42-zeilige Bibel?
Gutenbergs Hauptwerk von 1454/55, benannt nach den 42 Zeilen pro Spalte. Gedruckt wurden etwa 180 Exemplare, von denen heute noch 49 erhalten sind. Zum Artikel
Warum verlor Gutenberg seine Werkstatt?
Sein Geldgeber Johann Fust forderte 1455 die Rückzahlung des Darlehens samt Zinsen. Gutenberg unterlag im Prozess und verlor Werkstatt und Material an Fust. Zum Artikel
War Gutenberg der erste Drucker der Welt?
Nein. In China und Korea wurde schon Jahrhunderte früher gedruckt, auch mit beweglichen Lettern. Neu war Gutenbergs Verfahren zum schnellen Gießen gleichmäßiger Metalllettern in großer Zahl. Zum Artikel
Welche Folgen hatte der Buchdruck?
Um 1500 gab es in über 250 europäischen Städten Druckereien und Bücher wurden dramatisch billiger. Vor allem konnten Texte erstmals schneller verbreitet werden, als Obrigkeiten sie einsammeln konnten — die Voraussetzung für die Reformation. Zum Artikel
Hat Luther „Hier stehe ich, ich kann nicht anders" gesagt?
Vermutlich nicht. Der Satz fehlt in den frühesten Mitschriften und taucht erst in späteren gedruckten Fassungen auf. Überliefert ist, dass sein Gewissen in Gottes Wort gefangen sei und er deshalb nicht widerrufen könne. Zum Artikel
Wann war Luther auf dem Reichstag zu Worms?
Am 17. und 18. April 1521, vor Kaiser Karl V. und den Reichsständen. Zum Artikel
Warum durfte Luther überhaupt auftreten?
Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen bestand auf einem Verhör vor dem Reichstag und auf freiem Geleit. Karl V. brauchte die Unterstützung der Fürsten und gab nach. Zum Artikel
Was war das Wormser Edikt?
Die im Mai 1521 verhängte Reichsacht: Luther war vogelfrei, seine Schriften verboten und ihre Verbreitung strafbar. Es wurde erst unterzeichnet, als viele Stände bereits abgereist waren. Zum Artikel
Was tat Luther auf der Wartburg?
Er übersetzte als „Junker Jörg" in elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche. Es erschien 1522 im Druck und verbreitete sich binnen Monaten in tausenden Exemplaren. Zum Artikel
Wie lange wurde am Kölner Dom gebaut?
632 Jahre, von der Grundsteinlegung 1248 bis zur Vollendung 1880. Davon ruhte der Bau rund 300 Jahre. Zum Artikel
Warum wurde der Bau 1560 abgebrochen?
Es fehlte Geld. Die Reformation hatte die Pilgerströme und damit die Einnahmen einbrechen lassen, und der politische Wille zum Weiterbau war verschwunden. Zum Artikel
Wie konnte der Dom nach dem Originalplan vollendet werden?
Die mittelalterlichen Fassadenpläne wurden 1814 in Darmstadt und 1816 in Paris wiederentdeckt. Damit lag der ursprüngliche Entwurf der Westfassade vor. Zum Artikel
Was hatte es mit dem Kran auf dem Dom auf sich?
Auf dem unfertigen Südturm blieb der hölzerne Tretradkran nach dem Baustopp rund 300 Jahre stehen. Er war auf Stadtansichten das eigentliche Wahrzeichen Kölns. Zum Artikel
Warum wird am Kölner Dom bis heute gebaut?
Der weiche Sandstein verwittert schneller, als er ersetzt werden kann. Die Dombauhütte beschäftigt deshalb dauerhaft Steinmetze und Restauratoren. Zum Artikel
Wann wurde der Deutsche Orden gegründet?
1190 als Feldhospital vor der belagerten Stadt Akkon, 1198 umgewandelt in einen Ritterorden nach dem Vorbild von Templern und Johannitern. Zum Artikel
Was war die Goldene Bulle von Rimini?
Eine Urkunde Kaiser Friedrichs II. von 1226, die dem Orden das noch zu erobernde Preußen als eigenes Herrschaftsgebiet zusprach. Zum Artikel
Warum ist die Marienburg so besonders?
Sie ist die größte Backsteinburg Europas und vereint Kloster und Festung in einem Bau. Sie besaß eine Fußbodenheizung nach römischem Vorbild und ein eigenes Wassersystem. Zum Artikel
Wie endete der Ordensstaat?
Nach der Niederlage bei Tannenberg 1410 und dem Verlust Westpreußens 1466 löste Hochmeister Albrecht von Brandenburg den Staat 1525 auf und wandelte ihn in das erbliche Herzogtum Preußen um. Zum Artikel
Gibt es den Deutschen Orden noch?
Ja. Er besteht als geistliche Gemeinschaft mit karitativen und seelsorgerischen Aufgaben fort, ohne militärischen oder staatlichen Charakter. Zum Artikel
Was war die Hanse?
Ein Zusammenschluss von Kaufleuten und später Städten, der vom 12. bis 17. Jahrhundert den nordeuropäischen Handel beherrschte — ohne Gründungsurkunde, Hauptstadt oder stehendes Heer. Zum Artikel
Wie viele Städte gehörten zur Hanse?
Etwa 70 aktive und bis zu 200 lose verbundene Städte. Eine feste Mitgliederliste gab es nicht; man gehörte dazu, solange man die Privilegien nutzte und Beschlüsse mittrug. Zum Artikel
Was waren die Kontore der Hanse?
Feste Auslandsniederlassungen mit eigenen Statuten: Nowgorod, Bergen, Brügge und London. Sie waren das Rückgrat des Handelsnetzes. Zum Artikel
Was war der Frieden von Stralsund 1370?
Der Höhepunkt hansischer Macht. Nach dem Sieg über Dänemark erhielten die Städte Zollfreiheit im Öresund, Handelsprivilegien und sogar ein Mitspracherecht bei der dänischen Königswahl. Zum Artikel
Warum ging die Hanse unter?
Die Handelsströme verlagerten sich nach der Entdeckung Amerikas an den Atlantik, Niederländer und Engländer bauten bessere Schiffe, und aufkommende Territorialstaaten mit eigenen Flotten waren einem Netzwerk ohne Zwangsgewalt überlegen. Der letzte Hansetag fand 1669 statt. Zum Artikel
Warum begannen die Hussitenkriege?
Nach der Verbrennung Jan Hus’ 1415 in Konstanz trotz königlichen Geleitbriefs erhob sich Böhmen. Der Erste Prager Fenstersturz 1419 markiert den offenen Aufstand. Zum Artikel
Was war eine Wagenburg?
Eine Feldbefestigung aus verketteten, umgebauten Bauernwagen, hinter der Schützen und Geschütze standen. Angreifende Ritterreiterei konnte sie nicht durchbrechen. Zum Artikel
Wer war Jan Žižka?
Der Feldherr der Hussiten, der die Wagenburgtaktik entwickelte. Er erblindete vollständig, führte weiter Krieg und starb 1424, ohne je eine Schlacht verloren zu haben. Zum Artikel
Wie viele Kreuzzüge gab es gegen die Hussiten?
Fünf, zwischen 1420 und 1431. Alle scheiterten. Der letzte endete 1431 bei Taus mit der Flucht der Kreuzfahrer. Zum Artikel
Wie endeten die Hussitenkriege?
Durch Spaltung. Die gemäßigten Utraquisten nahmen das Angebot des Basler Konzils an und schlugen 1434 die radikalen Taboriten bei Lipany. 1436 besiegelten die Basler Kompaktaten den Ausgleich. Zum Artikel
Was waren die Zwölf Artikel von Memmingen?
Ein im März 1525 gedruckter Forderungskatalog der Bauern: Abschaffung der Leibeigenschaft, freie Pfarrerwahl, Jagd- und Holzrechte, Begrenzung von Abgaben und Frondiensten. Sie gelten als eines der frühesten gedruckten Freiheitsdokumente Europas. Zum Artikel
Wie viele Menschen starben im Bauernkrieg?
Die Schätzungen reichen von 70.000 bis über 100.000 Toten, überwiegend auf Seiten der Aufständischen. Zum Artikel
Wie hat sich Luther zum Bauernkrieg gestellt?
Zunächst mahnte er beide Seiten. Im Mai 1525 rief er in „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" die Obrigkeit auf, den Aufstand gewaltsam niederzuschlagen. Zum Artikel
Warum verloren die Bauern?
Sie waren schlecht bewaffnet, ohne einheitliche Führung und ohne Reiterei. Anders als die Hussiten hundert Jahre zuvor hatten sie weder eine Taktik noch die Disziplin, um geübten Landsknechtsheeren standzuhalten. Zum Artikel
Was geschah bei Frankenhausen?
Am 15. Mai 1525 wurde dort ein Bauernhaufen vernichtet. Von etwa 6.000 Aufständischen überlebten wenige hundert. Thomas Müntzer wurde gefangen genommen, gefoltert und hingerichtet. Zum Artikel
Was geschah am 20. Mai 1631 in Magdeburg?
Ein kaiserlich-ligistisches Heer unter Tilly und Pappenheim erstürmte die Stadt. Es folgten Plünderung und Massaker, dann brannte Magdeburg fast vollständig nieder. Zum Artikel
Wie viele Menschen starben in Magdeburg?
Von rund 30.000 Einwohnern überlebten wahrscheinlich weniger als 5.000. Zeitgenössische Berichte nennen 20.000 Tote und mehr. Zum Artikel
Wer legte das Feuer in Magdeburg?
Das ist bis heute ungeklärt. Sowohl Brandstiftung durch Verteidiger als auch Unachtsamkeit der Plünderer wurden behauptet. Tilly hatte kein Interesse am Brand — er verlor damit die Versorgung für sein Heer. Zum Artikel
Warum kam Gustav Adolf der Stadt nicht zu Hilfe?
Brandenburg und Sachsen verweigerten ihm den Durchmarsch, weil sie sich noch nicht festlegen wollten. Magdeburg wartete auf einen politisch blockierten Entsatz. Zum Artikel
Welche Folgen hatte die Zerstörung Magdeburgs?
Der Schock trieb Brandenburg und Sachsen auf die schwedische Seite. Vier Monate später erlitt Tilly bei Breitenfeld die erste große Niederlage der kaiserlichen Seite. Zum Artikel
Wann war die Schlacht bei Tannenberg?
Am 15. Juli 1410, zwischen den Dörfern Grunwald und Tannenberg im damaligen Ordensland Preußen. Zum Artikel
Wer kämpfte bei Tannenberg gegeneinander?
Das Heer des Deutschen Ordens unter Hochmeister Ulrich von Jungingen gegen ein polnisch-litauisches Heer mit ruthenischen, tatarischen und böhmischen Verbänden. Zum Artikel
Warum heißt die Schlacht in Polen Grunwald?
In der Nähe liegen mehrere Dörfer. Polen benennt die Schlacht nach Grunwald, Litauen nach Žalgiris, der deutsche Sprachraum nach Tannenberg. Zum Artikel
Warum fiel die Marienburg nach der Niederlage nicht?
Das siegreiche Heer brauchte über zwei Wochen bis zur Festung. Heinrich von Plauen nutzte die Zeit, um sie zu besetzen und zu verproviantieren; die Belagerung scheiterte. Zum Artikel
Was hat die Schlacht von 1410 mit 1914 zu tun?
Nichts, außer dem Namen. Die deutsche Siegesschlacht von 1914 bei Allenstein wurde bewusst „Tannenberg" genannt, um sie als symbolische Rache für 1410 erscheinen zu lassen. Zum Artikel
Wann lebte Walther von der Vogelweide?
Etwa von 1170 bis 1230. Genaue Geburts- und Todesjahre sind unbekannt; sein Schaffenshöhepunkt lag um 1200. Zum Artikel
Was ist der einzige urkundliche Beleg über Walther?
Eine Notiz vom 12. November 1203 im Reiserechnungsbuch des Bischofs Wolfger von Erla: fünf lange Schillinge für einen Pelzmantel für „Walther von der Vogelweide, den Sänger". Zum Artikel
Was bedeutet „Ich saz ûf eime steine"?
Der Beginn von Walthers berühmtester Strophe. Der Dichter sitzt grübelnd da und fragt, wie Ehre, weltlicher Besitz und Gottes Gnade zusammenpassen — angesichts der Doppelwahl von 1198 kommt er zu einem düsteren Schluss. Zum Artikel
Warum gilt Walther als politischer Dichter?
Er ergriff in seinen Sangsprüchen offen Partei in der Thronfrage, griff den Papst direkt an und warb für Kandidaten. Das gab es in deutscher Sprache vor ihm nicht. Zum Artikel
Wo liegt Walther von der Vogelweide begraben?
Traditionell wird sein Grab im Lusamgärtchen in Würzburg gezeigt. Ein Nachweis dafür existiert nicht; es ist Überlieferung. Zum Artikel
Wer war Konradin?
Der letzte männliche Staufer, Herzog von Schwaben und Enkel Kaiser Friedrichs II. Er wurde 1252 geboren und 1268 mit sechzehn Jahren hingerichtet. Zum Artikel
Warum zog Konradin nach Italien?
Um sein Erbe, das Königreich Sizilien, gegen Karl von Anjou zu beanspruchen, dem der Papst das Reich übertragen hatte. Zum Artikel
Wie verlor Konradin die Schlacht bei Tagliacozzo?
Seine Truppen durchbrachen die feindliche Linie und begannen zu plündern, im Glauben gewonnen zu haben. Karl von Anjou warf eine zurückgehaltene Reserve in die aufgelöste Formation. Zum Artikel
Warum wurde Konradin hingerichtet statt gegen Lösegeld freigelassen?
Karl von Anjou ließ ihn wegen Hochverrats vor Gericht stellen — für einen gefangenen Fürsten damals ungewöhnlich. Die Hinrichtung eines Sechzehnjährigen von königlichem Blut galt schon Zeitgenossen als Bruch der Gepflogenheiten. Zum Artikel
Welche Folgen hatte das Ende der Staufer?
Das Herzogtum Schwaben zerfiel in Kleinherrschaften und wurde nie wiederhergestellt — ein Grund für die spätere territoriale Zersplitterung Südwestdeutschlands. Zum Artikel
Was waren die Femegerichte?
Westfälische Freigerichte, die unter freiem Himmel tagten, ihre Gerichtsbarkeit vom König ableiteten und deshalb im ganzen Reich laden konnten. Sie kannten nur eine Strafe: den Tod durch den Strang. Zum Artikel
Waren die Femegerichte geheim?
Nur teilweise. Erschien der Geladene, wurde öffentlich verhandelt. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagte man nur gegen jemanden, der sich der Ladung entzogen hatte. Zum Artikel
Wer war Freischöffe?
Ein frei geborener, unbescholtener Mann, der aufgenommen wurde, Erkennungszeichen lernte und Verschwiegenheit schwor. Man schätzt mehrere zehntausend; sogar Kaiser Sigismund ließ sich 1429 aufnehmen. Zum Artikel
Warum verschwand die Feme?
Weil ihr Zweck entfiel. Mit dem Ewigen Landfrieden 1495 und dem Reichskammergericht entstand eine reichsweite Instanz, und die Territorien bauten eigene funktionierende Gerichte auf. Zum Artikel
Was hat die Feme mit den „Fememorden" zu tun?
Nichts außer dem Namen. Rechtsextreme Gruppen der Weimarer Republik nannten ihre politischen Morde so, um sich auf eine angebliche Tradition der Selbstjustiz zu berufen. Zum Artikel
Was gehört zu den Reichskleinodien?
Vor allem die Reichskrone, die Heilige Lanze, das Reichskreuz, Reichsschwert und Zeremonienschwert, Reichsapfel, Zepter, die Krönungsgewänder und das Reichsevangeliar. Zum Artikel
Wie alt ist die Reichskrone?
Sie wird überwiegend in die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts datiert, also in ottonische Zeit. Der Bügel mit dem Namen Konrads II. ist jünger. Zum Artikel
Warum hat die Reichskrone acht Platten?
Die Achtzahl verweist auf das himmlische Jerusalem, das in der Offenbarung achteckig beschrieben wird. Die Krone ist deshalb nicht rund. Zum Artikel
Warum trägt der Krönungsmantel eine arabische Inschrift?
Er wurde 1133/34 in der königlichen Hofwerkstatt in Palermo gefertigt und kam über das staufische Erbe in Sizilien zu den Reichskleinodien. Die Inschrift nennt ein Datum nach islamischer Zeitrechnung. Zum Artikel
Wo sind die Reichskleinodien heute?
In der Schatzkammer der Wiener Hofburg. 1938 nach Nürnberg gebracht, wurden sie 1945 von amerikanischen Ermittlern gefunden und 1946 nach Wien zurückgeführt. Zum Artikel
War Friedrich der Große der „Soldatenkönig"?
Nein, das war sein Vater Friedrich Wilhelm I. Friedrich II. interessierte sich als junger Mann für Musik und Philosophie und wurde erst als König zum Feldherrn. Zum Artikel
Was geschah bei Friedrichs Fluchtversuch 1730?
Der Plan flog auf. Friedrich wurde in Küstrin festgesetzt, und sein Freund Hans Hermann von Katte wurde am 6. November 1730 vor den Fenstern seiner Zelle hingerichtet. Zum Artikel
Warum überfiel Friedrich Schlesien?
Die Provinz war reich, bevölkert und wirtschaftlich entwickelt, und der Herrschaftsantritt Maria Theresias in Österreich bot eine Gelegenheit. Der Einmarsch erfolgte im Dezember 1740 ohne Kriegserklärung. Zum Artikel
Was war das „Mirakel des Hauses Brandenburg"?
Der Tod der russischen Zarin Elisabeth 1762 im Siebenjährigen Krieg. Ihr Nachfolger Peter III. verehrte Friedrich und schloss sofort Frieden, als Preußen militärisch am Ende war. Zum Artikel
Was bedeutet „jeder nach seiner Façon"?
Friedrichs Grundsatz, dass jeder nach seiner eigenen Art selig werden solle. Für die Zeit bemerkenswert tolerant, hatte er jedoch Grenzen: Für Juden galten weiterhin einschränkende Sondergesetze. Zum Artikel