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Die Schlacht auf dem Lechfeld 955 — das Ende der Ungarneinfälle

955 · Krieg & Schlacht · Herrscher & Macht

Am 10. August 955 besiegte Otto I. südlich von Augsburg ein ungarisches Heer. Seit rund sechzig Jahren hatten berittene Verbände aus dem Karpatenbecken das Ostfrankenreich geplündert; nach dem Lechfeld hörten diese Züge nach Westen auf. Otto galt fortan als Verteidiger der Christenheit — die Grundlage seiner Kaiserkrönung 962. Die Ungarn wandten sich nach innen und wurden binnen zweier Generationen ein christliches Königreich.

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Warum Reiterheere so schwer zu fassen waren

Die ungarischen Verbände kämpften als leichte Bogenreiterei: schnell, ohne schweren Tross, mit dem Bogen aus der Bewegung. Ihre Taktik war nicht der Zusammenstoß, sondern der Zermürbungsangriff — angreifen, ausweichen, den Verfolger auseinanderziehen und den Zersplitterten einzeln stellen.

Gegen ein solches Heer half keine Grenzverteidigung. Die Reiter überwanden große Entfernungen, wichen befestigten Orten aus und plünderten das offene Land. Zwischen 899 und 955 sind Züge bis nach Burgund, Norditalien und an die Nordsee belegt. Wer sie schlagen wollte, musste sie zum Stehen zwingen.

Die Belagerung Augsburgs

1955 zog ein großes ungarisches Heer vor Augsburg. Die Stadt war schwach befestigt, hielt aber unter Bischof Ulrich, der die Verteidigung organisierte und die Mauern ausbessern ließ. Diese Tage waren entscheidend: Die Belagerung band die Angreifer an einen Ort und gab Otto Zeit, sein Heer heranzuführen.

Otto sammelte Kontingente aus Bayern, Schwaben, Franken, Sachsen und Böhmen — für die zerstrittenen Herzogtümer eine ungewöhnliche Geschlossenheit. Die Quellen nennen acht Abteilungen; moderne Schätzungen gehen von einigen tausend gepanzerten Reitern aus, deutlich weniger als die Gegner.

Der 10. August

Die Ungarn brachen die Belagerung ab und wandten sich gegen das anrückende Heer. Ein Teil von ihnen umging Ottos Zug und überfiel den Tross im Rücken — die böhmischen Abteilungen erlitten schwere Verluste. Erst ein Gegenangriff unter Herzog Konrad dem Roten stellte die Lage wieder her; Konrad selbst fiel.

Danach kam es zum Zusammenstoß in der Ebene. Hier wirkte der Vorteil der schweren Reiterei: Im geschlossenen Angriff auf kurze Distanz konnte die Bogentaktik ihre Stärke nicht ausspielen. Entscheidend war aber erst die Verfolgung. Anders als früher ließ Otto die Geschlagenen nicht ziehen, sondern die Flussübergänge sperren und die Flüchtenden über Tage jagen. Die Verluste der Ungarn lagen weniger in der Schlacht als in den Tagen danach.

Die Folgen für beide Seiten

Für das Reich: Ottos Ansehen war nun unbestritten. Die zeitgenössische Überlieferung berichtet, das Heer habe ihn auf dem Schlachtfeld zum imperator ausgerufen. Ob wörtlich so geschehen oder nicht — der Weg nach Rom und zur Kaiserkrönung 962 führte über das Lechfeld. Auch die inneren Aufstände der Jahre zuvor endeten.

Für die Ungarn: Die Züge nach Westen brachen ab. Der Wandel vom Reiterverband zum sesshaften Reich vollzog sich rasch — im Jahr 1000 wurde Stephan I. zum christlichen König gekrönt. Die Schlacht beendete also nicht nur eine militärische Bedrohung, sondern markiert den Übergang Ungarns in das lateinische Europa.

Häufige Fragen

Wann war die Schlacht auf dem Lechfeld?

Am 10. August 955, südlich von Augsburg in der Ebene des Lechs.

Wer kämpfte auf dem Lechfeld gegeneinander?

Ein Heer Ottos I. aus bayerischen, schwäbischen, fränkischen, sächsischen und böhmischen Kontingenten gegen ein ungarisches Reiterheer.

Warum war das Lechfeld so bedeutend?

Die Ungarneinfälle nach Westen hörten danach auf, und Ottos Ansehen als Verteidiger der Christenheit bereitete seine Kaiserkrönung 962 vor.

Welche Rolle spielte Bischof Ulrich von Augsburg?

Er organisierte die Verteidigung der schwach befestigten Stadt. Dass Augsburg hielt, band die Ungarn an einen Ort und verschaffte Otto Zeit, sein Heer heranzuführen.

Warum war der Sieg diesmal dauerhaft?

Weil Otto die Geschlagenen nicht ziehen ließ. Die Flussübergänge wurden gesperrt und die Flüchtenden über Tage verfolgt; die eigentlichen Verluste entstanden nach der Schlacht.

Quellen

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