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Friedrich Barbarossa — 38 Jahre Kampf um die Kaisermacht

1155 · Herrscher & Macht

Friedrich I., genannt Barbarossa, war von 1152 bis 1190 römisch-deutscher König und ab 1155 Kaiser. Er versuchte, die kaiserliche Autorität gegen zwei Gegner durchzusetzen: die reichen Städte Oberitaliens und die übermächtigen Fürsten im Reich. Gegen die Fürsten gelang es ihm — der Sturz Heinrichs des Löwen 1180 ist der Beweis. Gegen die Lombarden verlor er, und der Ausgleich von 1183 war ein Eingeständnis.

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Ein Kompromisskandidat

Friedrichs Wahl 1152 war ein Ausgleich zwischen den verfeindeten Häusern Staufer und Welfen: Sein Vater war Staufer, seine Mutter Welfin. Das erklärt, warum er zunächst mit Heinrich dem Löwen zusammenarbeitete und ihm ungewöhnlich weitreichende Rechte in Sachsen und Bayern zugestand.

Der Beiname Barbarossa — Rotbart — stammt aus Italien und wurde dort nicht freundlich gemeint. Im deutschsprachigen Raum setzte er sich erst später durch.

Die Italienzüge

Sechsmal zog Friedrich über die Alpen. Der Grund war Geld: Die oberitalienischen Städte waren die reichsten Europas, und die kaiserlichen Rechte dort — Zölle, Münze, Gerichtsbarkeit — waren mehr wert als alles, was das Reich nördlich der Alpen einbrachte. 1158 ließ er diese Rechte auf dem Reichstag von Roncaglia von Juristen förmlich feststellen.

Die Städte antworteten mit dem Lombardenbund. 1176 traf ein städtisches Heer bei Legnano auf das kaiserliche und schlug es — eine der wenigen mittelalterlichen Schlachten, in denen städtisches Fußvolk ein Ritterheer besiegte. Im Frieden von Konstanz 1183 musste Friedrich den Städten die Selbstverwaltung zugestehen; formal blieb er Oberherr, faktisch waren sie frei.

Der Sturz Heinrichs des Löwen

Heinrich der Löwe herrschte über Sachsen und Bayern zugleich und hatte im Osten eigene Politik betrieben. 1176 verweigerte er dem Kaiser die Heerfolge nach Italien — kurz vor Legnano.

Friedrichs Antwort kam auf dem Rechtsweg, nicht mit dem Schwert: 1180 wurde Heinrich vor einem Fürstengericht verurteilt, mit der Reichsacht belegt und seiner Herzogtümer enthoben. Diese wurden geteilt und neu vergeben.

Das war ein doppelter Erfolg und ein doppeltes Risiko. Der Kaiser hatte gezeigt, dass er den mächtigsten Fürsten stürzen konnte — aber er hatte es getan, indem er die anderen Fürsten als Richter anerkannte und sie mit der Beute belohnte. Der Vorgang stärkte auf Dauer das Fürstenkolleg, nicht die Krone.

Der Tod im Fluss und die Sage

1189 brach Friedrich zum Dritten Kreuzzug auf. Am 10. Juni 1190 ertrank er im Fluss Saleph im heutigen Süden der Türkei — nach den Berichten beim Baden oder beim Überqueren. Das Heer zerfiel weitgehend; nur ein Teil erreichte das Heilige Land.

Weil er fern der Heimat und ohne Zeugen starb, entstand die Vorstellung, er sei nicht tot. Daraus wurde später die Kyffhäuser-Sage — die ursprünglich von seinem Enkel Friedrich II. erzählt wurde und erst im 19. Jahrhundert auf Barbarossa übertragen und national aufgeladen wurde.

Die Kaiserkrönung 1155 steht für seine Regierungszeit (1152–1190). Sein Tod 1190 hat mit der Kyffhäuser-Sage einen eigenen Artikel.

Häufige Fragen

Warum hieß Friedrich I. Barbarossa?

Barbarossa ist italienisch für „Rotbart". Der Beiname entstand in Oberitalien, wo er nicht freundlich gemeint war, und setzte sich nördlich der Alpen erst später durch.

Wie lange regierte Barbarossa?

38 Jahre: ab 1152 als römisch-deutscher König, ab 1155 als Kaiser, bis zu seinem Tod 1190.

Warum zog Barbarossa sechsmal nach Italien?

Die oberitalienischen Städte waren die reichsten Europas. Die dortigen kaiserlichen Rechte auf Zölle, Münze und Gerichtsbarkeit waren mehr wert als die Einkünfte nördlich der Alpen.

Warum wurde Heinrich der Löwe gestürzt?

Er verweigerte 1176 die Heerfolge nach Italien. 1180 wurde er vor einem Fürstengericht verurteilt, geächtet und seiner Herzogtümer Sachsen und Bayern enthoben.

Wie starb Friedrich Barbarossa?

Er ertrank am 10. Juni 1190 während des Dritten Kreuzzugs im Fluss Saleph in Kleinasien. Weil er fern der Heimat starb, entstand die Sage, er sei nicht tot.

Quellen

  • Otto von Freising und Rahewin, Gesta Friderici — Zeitgenössische Darstellung; Otto war Friedrichs Onkel.
  • Friede von Konstanz, 1183 — Vertragstext zum Ausgleich mit dem Lombardenbund.
  • Deutsches Historisches Museum — Staufer
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